Archiv für die Kategorie ‘unterwegs’

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Augen in der Großstadt

20. November 2009

Ein Fotoprojekt, das der Fragezeichner angeregt und für das Paleica den Aufruf gestartet hat:

Idee: die Idee ist, das Gedicht „Augen in der Gross-Stadt“ von Kurt Tucholsky zu visualisieren. Jeder Teilnehmer möge sich vom Gedicht inspirieren lassen und ein Foto, ein Bild oder eine Collage beisteuern. Die Beiträge werden dann zu einem Video zusammengeschnitten und mit meiner Vertonung des Gedichts unterlegt.
(Quelle: Fragezeichner)

Ihr seht hier eine Mauer, die sich in der Nähe meiner Wohnung befindet. Irgendwie hat mir der Spruch gefallen. Darum habe ich das Bild auch als Bildschirmhintergrund auf dem Büro-Rechner – was mir schon ein paar anzügliche seltsame Kommentare eingebracht hat…

Da die Großstadt unheimlich viel zu bieten hat, wird es nicht unbedingt bei diesem einen Bild bleiben. Das Projekt geht noch bis zum 12.12. – je nach dem, wie viel Zeit ich habe, gibt es vielleicht einen Nachschlag ;-)

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Oktoberfest-Fotos

25. Oktober 2009

Meine Heimatstadt hat sich in den Kopf gesetzt, ein Oktoberfest zu veranstalten. Würg. Das Event findet ca. 70 Meter vor meiner Haustür statt. Würg. Naja, zum Glück fällt das Ganze “etwas“ mickrig aus und es fliegt auch nicht gerade die Kuh, sozusagen: Neben einem großen Zelt mit schlechter Musik gibt es ganze drei(!) Wagen, wo man Zuckerwatte etc. kaufen kann. Das einzig Gute: Es gibt ein Riesenrad. Also wage ich mich eines Abends um 19 Uhr mit Kamera und Stativ nach draußen, um ein bisschen mit Belichtungszeiten und Blendeneinstellungen zu spielen. Hier ein paar Bilder, nicht nachbearbeitet, sondern direkt von der Kamera ins Netz ;-)

Aufnahmedatum: 17.10.2009, zwischen 19 und 20 Uhr, Kamera: Canon Powershot S5 IS

Brennweite 46,3 mm
Blende f/7,1
Belichtung 1,3 sec

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Brennweite 6,4 mm
Blende f/6,3
Belichtung 2,5 sec

IMG_4437

Brennweite 17,3 mm
Blende f/3,5
Belichtung 1,6 sec

IMG_4381

Brennweite 12,6 mm
Blende f/5
Belichtung 1,6 sec

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Brennweite 46,3 mm
Blende f/6,3
Belichtung 2 sec

IMG_4411

…und zum Abschluss noch dieses Bild von den Verkaufsbuden (ohne Stativ aufgenommen). Die senkrechten Schlenker vorne sind von Wasserspielen, die hellen Flecken vorne sind in den Boden eingelassene Lichter.
Brennweite 9,7 mm
Blende f/3,5
Belichtung 1,3 sec

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Fußfreundlich

17. Oktober 2009

Buchmesse2009…wäre wohl das geeignete Adjektiv, um den diesjährigen Besuch auf der Buchmesse in Frankfurt zu beschreiben (im Gegensatz zum letzten Jahr). Denn so wenig wie dieses Jahr bin ich noch nie gelaufen.

  • Um 10 Uhr hatte ich meine erste Verabredung. Wir kannten uns bisher nur per Mail, jetzt lernten wir uns endlich mal „richtig“ kennen. Wir unterhielten uns ganz wunderbar nett, plötzlich waren zwei Stunden vergangen – und wir mussten uns auf den Weg machen, um unsere jeweiligen 12-Uhr-Termine nicht warten zu lassen.
  • Also noch mal eine Stunde nette Unterhaltung und noch einen Milchkaffee…
  • Dann ein bisschen rumgucken und zum Stand von G+U, wo Teubner die Zubereitung einiger petit fours aus einem Schoko-Buch präsentierte. Versucherle gabs auch und waren der wahre Grund des Besuchs. Denn außer zwei Kaffees hatte mein Magen noch nichts bekommen und inzwischen war es deutlich nach zwei Uhr…
  • Dann lief ich in Halle 4.2 zum ersten Fachvortrag, den ich mir anhören wollte. Wieder 45 Minuten rumsitzen. Es ging um medienneutrale Datenerfassung / -haltung und um Prozesse in Redaktionen und Herstellung. Nichts Neues dabei, leider. Machen wir weitgehend schon so, wie es die sogenannten Experten auf der Bühne beschrieben.
  • Dann ab in Halle 3.0, wo Wolf Haas interviewt wurde und aus seinem neuen Buch las: „Der Brenner und der liebe Gott“. Ich Streber hatte das Buch natürlich schon gelesen ;-) Wolf Haas liebt man, oder man hasst ihn, denke ich – er hat schon einen sehr eigenwilligen Stil. Ich mag seine Bücher sehr. Aber: Muss man in hysterisches Gekicher ausbrechen, sobald ein Autor mal ein bisschen lustig ist? Scheinbar ja, wenn man 1. weiblich und 2. in einem bestimmten Alter ist. Jedenfalls kriegten sich die Interviewerin und eine Dame rechts von mir bald nicht mehr ein vor Lachen. Peinlich.
  • Dann wieder zurück in Halle 4.2 zum nächsten Vortrag, Thema: „Interactive Print – Mehrwert für Verlage und Leser“. Spannend. Mir kamen einige Marketing-Ideen, mal sehen, ob sie jemand hören will ;-) Auf dem Weg zum Vortrag erbettelte ich am Stand meines Arbeitgebers noch eine Käsebrezel, ich hatte nämlich echt Hunger.
  • Nach dem Vortrag schaute ich noch, was die Konkurrenz so macht. Nicht, dass die auf dumme Ideen kommen… ;-)

Und dann war es auch schon kurz nach sechs, und wir fuhren nach Frankfurt-Sachsenhausen ins Coq au Vin. Dort beendeten wir den Abend mit einem Vier-Gänge-Menü-mit-Zwischengang (für mich: Foie Gras – Jakobsmuscheln – Kiwisorbet (=Zwischengang) – Kaninchen mit Gorgonzola – Profiterole) und einer Flasche Wein. Sehr lecker. Wenn ihr mal in der Gegend seid: Unbedingt hingehen! (Und unbedingt vorher reservieren!)

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Buchmesse 2009: Soll ich oder soll ich nicht?

29. September 2009

Ok, das war jetzt mehr eine rethorische Frage. Natürlich gehe ich hin. Aber was da im Vorfeld schon alles – sagen wir mal: – seltsam lief… Ganz ehrlich: Wenn man sich China als Gastland einlädt, muss man sich halt rechtzeitig überlegen, welche Strategie man fahren will. Wobei für mich die Strategie eindeutig klar wäre: In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit, und dann lass ich mir nicht von irgendeiner sogenannten Regierung vorschreiben, wen ich einlade, und wer zuhause bleiben muss.

Ich gebe aber zu: Ganz kurz habe ich darüber nachgedacht, ob ich die Buchmesse boykottiere. Oder wenigstens den chinesischen Beitrag. Aber Buchmesse muss einfach sein! Und in die Ausstellung des Gastlands werde ich auch gehen. Allerdings habe ich hier diese Anstecker machen lassen, die beim Besuch meine Kleidung und/oder Tasche schmücken werden:

buchmesse09

Im schlimmsten Fall schmeißen sie mich aus den Räumen mit dem Auftritt Chinas raus. Aber damit kann ich leben ;-)

Falls jemand die Ereignisse nicht mitverfolgt hat: Hier sind einige nette Artikel dazu aus der FAZ

Reporter_ohne_Grenzen

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Kultur mit Nachwirkungen – oder: 20 Jahre Mauerfall

17. September 2009

Tonari hat ein Mauerfall-Stöckchen kreiert. An den 9. November 1989 kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Aber natürlich an die Mauer an sich. Passenderweise war ich kürzlich im Museum in einer Fotoausstellung von Robert Häusser. Titel „Die Berliner Mauer“. Nach dem Museumsbesuch habe ich diesen Artikel vorbereitet, der – wie praktisch – zum Stöckchen passt :-)

Die Ausstellung zeigt vierundzwanzig großformatige Schwarz-Weiß-Bilder. Den Bildern werden denkwürdige Zitate bekannter Politiker und Künstler gegenübergestellt, u. a. von John F. Kennedy, Willy Brandt, Ronald Reagan, Franz Josef Strauß, Martin Luther King, Richard von Weizsäcker und Mstislaw Rostropowitsch.
(Quelle: Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim, ISBN des Buchs zur Ausstellung: 978-3-89466-305-6 – kann man hier kaufen)

Ich bin zunächst allein in der Ausstellung. Dann betritt ein Paar den Raum, das sich laut unterhält. Ich finde das irgendwie unpassend und setze mich auf die Bank, um abzuwarten, bis die beiden wieder gehen. Während ich so sitze und ein paar der Bilder betrachte, überlege ich, wie ich die Mauer erlebt habe.

Da diese Überlegungen einiges an Platz beanspruchen, gibt es sie hier als pdf. Wie bei jedem post gilt auch hier: Ich freue mich über Kommentare! Aber bitte denkt daran, dass die folgenden Ausführungen subjektiv sind. Ich will keine Diskussionen über Krippenplätze, Mietpreise und Arbeitslosigkeit. Zu diesen Themen habe ich natürlich auch eine eigene Meinung. Aber die diskutiere ich hier nicht.

(Uups – Fehlerteufel im pdf: „auf dem Weg zum Flughafen nach Mariendorf“ ist natürlich Quatsch. Es muss heißen „auf dem Weg vom Flughafen nach Mariendorf“. Ich korrigiere das noch…!)

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Mir wird nicht schlecht

14. August 2009

Kürzlich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mehrere Stunden im Auto zu verbringen. Rückreiseverkehr ist was Blödes, vor allem, wenn man mittendrin steckt. Ich fuhr nicht selber, sondern saß auf der Rückbank und las. Das brachte mir vom Beifahrersitz die Bemerkung ein, dass ich über eine Gabe verfüge, die nur wenige Menschen hätten.

Vereinfacht ausgedrückt: Angeblich wird jedem Menschen außer mir speiübel, wenn er im Auto liest. Ist das so?

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Aida wäre fast ertrunken

10. August 2009

Am 8.8. war ich zum ersten Mal bei den Bregenzer Festspielen auf der Seebühne. Dieses Jahr wird Aida aufgeführt. Hatte ich noch nie gesehen, darum fehlt mir der Vergleich (dies gleich vorweg). Die Handlung wurde auf 2 1/4 Stunden gekürzt, gespielt wird auf der Seebühne ohne Pause. Und ohne Dach, womit wir beim Thema wären ;-)

aidaWir waren bei mittelprächtigem, aber trockenem, Wetter losgefahren. Schon unterwegs erhielten wir die Nachricht, dass es am Bodensee regnet. Um genau zu sein: Es goss wie aus Kübeln. Was einen der Mitgereisten zu der Aussage veranlasste, wir könnten auch gleich im Hotel bleiben. Der hatte allerdings meinen Optimismus unterschätzt! Ich erklärte voller Überzeugung, dass es in einer Stunde aufhören würde zu regnen (was mir natürlich keiner glaubte). Naja, so ganz hat es nicht hingehauen, aber rechtzeitig vor Vorstellungsbeginn hörte der Regen auf.

Wir gingen also rauf auf die Tribüne und machten es uns bequem. Sitzkissen, Decke über die Lehne legen (sonst wird’s empfindlich kalt am Rücken), Regenjacke vorsichtshalber schon mal auf den Schoß. Ich hatte trotzdem nach zehn Minuten Rückenschmerzen, was mir noch nie passiert ist. Die Sitze sind leider gnadenlos unbequem… Egal. Die Seebühne ist ein tolles Erlebnis. Vom Bühnenbild habt Ihr vielleicht schon die blauen Füße gesehen. Das ist ein Teil der Freiheitsstatue (jaaa!), andere Teile davon liegen vor der Bühne im See herum. Das lässt ja schon mal auf Amerika-Kritik schließen oder zumindest darauf, dass die Politik der letzten Jahre thematisiert wird. Was das mit Ägypten und Äthiopien zu tun hat, hat sich mir leider nicht ganz erschlossen (ok, Unterdrückung, Feindschaft, Gewalt, blabla – aber da findet man ja bei jedem was…). Auf ein paar der Anspielungen hätte ich dann auch verzichten können. Dass die Sklaven schwarze Säcke über dem Kopf tragen, lässt sich ja noch begründen. Aber dass Amneris immer ein oder zwei Sklaven an der Hundeleine mit sich führt, ist ein bisschen zu sehr Abu Ghuraib. Und dass die gefangenen Äthiopier in orangenen Jacken im Guantanamo-Style rumlaufen: Kann man machen, muss man aber nicht.

(c) Bregenzer Festspiele

(c) Bregenzer Festspiele

Nett war, wie der See in die Inszenierung mit einbezogen wurde. Die Sänger standen mindestens die Hälfte der Zeit im Wasser, Sklaven wurde in selbiges auch gerne mal reingeworfen, Amonasro versteckte sich im See und man sah nur noch den Kopf. Außerdem fuhren immer mal Schiffe, sogar der Elefant kam per Boot :-) Zwei Kräne hoben gelegentlich Teile der Freiheitsstatue hoch. Am Ende entschwebten auch Radames und Aida in einem Boot gen Himmel. Im Original werden sie eingemauert – und so ist es auch irritierend, wenn Radames singt, jetzt werde der Stein auf das Grab gelegt, und dabei im offenen Boot nach oben schwebt. Aber eine nette Idee.

Insgesamt war es also toll. Und der Regen fing auch erst im letzten Viertel der Vorstellung wieder an. Ganz leicht (und penetrant). Dank isolierter Picknickdecke über den Beinen, Regenjacke und Kapuze auf dem Kopf war das aber kein Problem.

Zvetelina Vassileva als Aida war super, ließ aber ganz am Ende etwas nach. Guang Yang als Amneris hielt bis zum Schluss durch, kam aber imho trotzdem nicht an Vassileva heran. Philip Webb als Radames überzeugte mich am Anfang nicht ganz, später aber umso mehr. Vittorio Vitellials als Amonasro hat mir gut gefallen.