oder: Wie ich einmal versuchte, eine Sonntagszeitung zu kaufen.
Sonntag, 14 Uhr: Vor mir liegt ein langer freier Nachmittag. Genau so einen braucht man, um die Sonntagsausgabe der FAZ von vorne bis hinten durchzulesen. Ich mache mich also auf den Weg zum nächstgelegenen Kiosk, um 2,90 Euro in den Kauf eines Exemplars der geschätzten Sonntags-FAZ zu investieren.
Kiosk 1 (Entfernung Wohnung – Kiosk 1: 400 Meter)
Miki: Hallo, haben Sie noch eine Sonntags-EffAZett?
Verkäufer: EffAZett? Was ist das?
Miki: Äh, eine Zeitung?
Verkäufer: ???
Miki: Also: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sonntagsausgabe.
Verkäufer: Nein, hab ich noch nie gehört. Da vorne ist noch ein Kiosk, vielleicht versuchen Sie es mal da.
Kiosk 2 (Entfernung Kiosk 1 – Kiosk 2: 150 Meter)
„Da vorne“ = Lieblingskiosk der örtlichen Trinker. Heute nur zu viert und müde, darum bleiben mir dumme Sprüche erspart. Es bleibt bei blöden Blicken, auf die ich auch hätte verzichten können…
Am Kiosk hängt ein Zettel mit der wunderbaren Aufschrift „Kauf von Zigaretten an Jugendliche nur unter Vorlegung des Ausweis möglich!!!“ – Mir kommen erste Zweifel hinsichtlich meines Kaufvorhabens.
Miki: Hallo, haben Sie noch eine Sonntags-EffAZett?
Verkäufer: Hä?
Miki: Eine Frankfurter Allgemeine Zeitung. Also, die Sonntagsausgabe. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Verkäufer: Hatte ich nur ein Exemplar. Ist schon weg.
Tankstelle (Entfernung Kiosk 2 – Tankstelle: 200 Meter)
Im Verkaufsraum liegen nur Zeitschriften aus. Ich gehe also zur Kassiererin.
Miki: Hallo, haben Sie auch Tageszeitungen?
Verkäuferin: Bild am Sonntag?
Miki: Nein, eine EffAZett hätte ich gerne.
Verkäuferin: Eff-was?
Miki: Eine Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Verkäuferin: Ach so, EffAZett, wenn die Leute immer mit so komischen Abkürzungen kommen, kann ich das nicht verstehen. Nein, das letzte Exemplar habe ich leider schon verkauft.
Kiosk 3 (Entfernung Tankstelle – Kiosk 3: einmal über die Straße)
Hat tatsächlich noch zwei Exemplare
Rückweg Kiosk 3 – Wohnung: 700 Meter
Weg gesamt: 1.450 Meter
…dahinter steckt also nicht nur ein kluger Kopf, sondern auch durchtrainierte Beine