oder: Gedanken zum Straßenbahnfahren in Zeiten der Schweinegrippe
Damals, als hier noch die Straßenbahnen der älteren Generation fuhren, wurden auf „meiner“ Linie morgens und abends je zwei Bahnen aneinander gehängt. So hatten wir zwar noch immer nicht alle einen Sitzplatz, aber immerhin mehr oder weniger Platz zum Atmen. Eher mehr, würde ich im Rückblick sagen.
Heute gibt es neuere, modernere Bahnen. Sie sind etwa 1,5mal so lang wie die alten Bahnen. Und natürlich werden jetzt keine Züge mehr aneinander gehängt. Wir quetschen uns einfach alle in eine Bahn. Die Linie fährt an diversen Berufsschulen und Gymnasien vorbei, an der Universität, dem Hauptbahnhof – und es ist die einzige Linie, die zur Fachhochschule fährt. Man kann sich also vorstellen, wie voll es morgens zwischen sieben und acht bzw. abends zwischen fünf und sechs ist.
Heute Morgen zum Beispiel konnte man mal wieder nicht umfallen, weil es einfach zu voll war dafür. Sehr süß waren übrigens die Fahrkarten-Kontrolleure, die meinten, sie müssten sich trotzdem irgendwie durch die Menge arbeiten.
Im Büro begrüßte mich dann – quasi passend zu den gerade ausgestandenen Viren- und Bakterien-Angriffen – das Schweinegrippe-Vorsichtsmaßnahmen-Plakat am schwarzen Brett. Punkt 8: Meiden Sie Menschenansammlungen. Vielleicht bleibe ich einfach die nächsten Wochen zuhause, bis die Schweine-Gefahr gebannt ist…


