20. Juni 2011
Fjord-Hotel Berlin
oder: Ein kurzes “Tut mir leid” hätte diesen Beitrag verhindert.
Schwesterchen und ich waren auf großer Fahrt: Berlin. Anreise am Donnerstag, Abreise am Sonntag, Übernachtung im Fjord-Hotel Lindemann Berlin in der Bissingzeile, ganz nah an der Philharmonie und damit auch nicht weit von Potsdamer Platz, vom Brandenburger Tor und überhaupt von fast allem.
71,30 Euro pro Nacht für das Doppelzimmer ohne Frühstück. Fair.
Ankunft also am Donnerstag, alles prima, Platz im Zimmer, modernes Bad, Betthupferl auf dem Kopfkissen, da wir über hrs gebucht hatten, bekamen wir noch einen Gutschein für ein Glas Sekt.
Freitagabend kommen wir nach dem Philharmonie-Konzert zurück: Alles prima. Betten gemacht, Bad geputzt, ein frisches Badehandtuch, das gar nicht nötig gewesen wäre.
Samstagabend kommen wir gegen 22 Uhr zurück. Hm. Zimmer nicht gemacht. Nun bin ich aber keiner, der sich abends um 10 noch groß aufregen will. Und das Schwesterchen auch nicht. Wir wollen ja eh am Sonntag noch unsere Gutscheine einlösen, da kann man das ja mal ansprechen.
Sonntagmorgen:
Ich: “Hallo, wir möchten zum Abschied gerne unsere Sekt-Gutscheine einlösen.” – mit dieser Formulierung will ich dem Frollein Rezeption die Möglichkeit geben, uns zu fragen, ob wir denn zufrieden waren. War aber wohl zu subtil, sie sagt nur: “Trocken oder halbtrocken?”
Ich: “Wir waren gestern ein bisschen irritiert, als wir abends zurück kamen. Das Zimmer war nicht gemacht. Das wird doch eigentlich jeden Tag gemacht, oder?”
Frollein Rezeption: “Ja, natürlich. Da muss ich beim Housekeeping fragen. Hier, zweimal trocken.”
Etwa 90 Minuten später checken wir aus. Das haben vor uns schon einige andere gemacht.
Ich: “Ja, wir gehen dann auch mal. Hier ist unser Zimmerschlüssel.”
Frollein Rezeption: “[schweigt und nimmt den Schlüssel]“
Schwesterchen: “Hatten Sie denn schon Gelegenheit, beim Housekeeping zu fragen?”
Frollein Rezeption: “Das Housekeeping ist informiert, aber die müssen halt auch erst schauen, wer da zuständig war!”
Preisfrage: Was fehlt?
Antwort A: Frollein Rezeption: “Oh, das tut mir leid, das darf natürlich nicht passieren!”
Antwort B: Frollein Rezeption: “Oh, das tut mir leid, das darf natürlich nicht passieren!”
Antwort C: Frollein Rezeption: “Oh, das tut mir leid, das darf natürlich nicht passieren!”
… ist jetzt nicht allzu schwierig, oder?!
Herr P. sagte,
20. Juni 2011 um 13:30
In solchen Fällen hilft immer nur die harte Tour. Also, “darf ich noch einmal auf Ihr Namenschild sehen?” “Darf ich bitte mit einem Mitglied der Direktion reden?” Ich lasse in diesen Fällen auch ab und zu “zufällig” den Presseausweis sehen.
Inzwischen ist es bei uns nämlich leider, leider so, dass nur wer sich beschwert weiterkommt. Konfliktfreudigkeit wird daher quasis als Standard voreingestellt erwartet. Nervig, aber wahr …
Hamburgerin sagte,
20. Juni 2011 um 19:34
Und nur mit der Berliner Schnodderigkeit ist das dann ja wohl auch nicht erklärt.
Aber sonst war die Reise hoffentlich gelungen!?
witali sagte,
20. Juni 2011 um 21:15
Was für ein Konzert war es denn?
Ich war 2 Mal im IBIS am OstBf und 1 Mal irgendwo in Kreuzberg… IBIS voll OK. Kreuzberg, – mache die Decke weg und sehe lange schwarze Haare!!! und Lacken total zerknittert. Beschwert an der Reception, schnell den Lacken ausgetauscht, aber mit so einem Gesicht, als ob ich Kinder fressen würde… Kein Wort Entschuldigung, NIX!!! Und der Gestank nach Hasch!!!! Hat keine Sau interresiert:-(
Die schlimmste Erfahrung war im RadissonBlu in Leipzig. Verdrecktes Zimmer, Flecken an den Wänden und Decke… Bei Online-Bewertungsportal miese Bewertung abgegeben(samt Fotos), dann fingen die Leute vom Portal an, mich zu überprüfen, wann ich dort war usw. Bis mir der Kragen geplatzt ist… Ostdeutsche Hotels sind Schayce!!! (wer hatte nochmal Copyr8 drauf?)
tonari sagte,
21. Juni 2011 um 21:58
Ja, ja, die Servicewüste beginnt inner Hauststadt
Schade. Ich hoffe, ihr hattet trotzdm ein paar schöne Stunden hier.
@ Witaly
Buhhhh.. Willkommen in der Welt der gepflegten Vorurteile. *Daumen runter*
Miki sagte,
22. Juni 2011 um 13:07
Also: Berlin war natürlich trotzdem toll, ich fahre immer wieder gerne hin!! Und es war auch das erste Mal, dass ich mit der Berliner Schnodderigkeit zusammengestoßen bin. Ich kann ja nicht mal über die Berliner Busfahrer was Böses sagen, die waren mir gegenüber immer sehr freundlich und hilfsbereit. Soviel zur Ehrenrettung der Hauptstädter
(Kleine Anmerkung: Wir Mannheimer wollen ja auch nicht alle über einen Kamm geschoren – geschert? – werden. Darum gefällt mir auch der von Herrn Kachelmann geplant Buchtitel ü-ber-haupt nicht! Wenn er nur das Café Landes und das Landgericht kennt, ist das nicht repräsentativ!!)
Was wir noch unternommen haben:
- viel rumlaufen und gucken und ein bisschen shoppen
- Radtour “Berlin im Überblick” mit Berlin on Bike – extrem zu empfehlen!!
- Philharmoniker anhören, dirigiert von Herrn Eötvös. Man gab Mussorgski (Nacht auf einem kahlen Berge und Ausschnitte aus Boris Godunow), Strawinsky (Vier russische Bauertänze für Frauenchor und Hornquartett) sowie das von Herrn Eötvös höchstselbst komponiert Cello Concerto Grosso. Schön wars!
- Reichstagskuppel durchwandern und Vesper im Dom besuchen
- Cocktails trinken und lecker essen, zB im TukTuk und bei den 12 Aposteln unter den S-Bahn-Bögen.
tonari sagte,
22. Juni 2011 um 18:59
@ Miki
Beim nächsten Mal kannste ja vorher mal ein Tönchen in meine Richtung schicken
Miki sagte,
8. Juli 2011 um 13:51
@ tonari: werd ich machen
Martin Kochanski sagte,
18. Juli 2011 um 16:57
Hallo Miki,
Ich möchten mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Martin Kochanski, ich bin Mitarbeiter der LINDEMANN
H O T E L S®, wozu auch das fjord hotel berlin gehört.
Ich kann Ihre Kritik durchaus nachvollziehen und gebe Ihnen natürlich vollkommen Recht. Ich möchte Ihnen versichern, dass weder das Verhalten unserer Kollegin noch das nicht gereinigte Zimmer unseren Anforderungen entspricht.
Ich möchte mich vielmals für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.
Wir haben diesen Vorfall gemeinsam mit unserem Qualitätsmanagementbeauftragten sowie der Geschäftsleitung besprochen und ausgewertet, sodass dies für die Zukunft verbessert werden kann.
Als kleine Wiedergutmachung und als Dankeschön für Ihren Hinweis zur Optimierung unserer Prozesse
haben wir Ihnen einen Buchungscode „Miki“ auf unserer Homepage http://www.fjordhotelberlin.de angelegt.
Der Code reduziert automatisch die Buchung um 5,00 € und ist bis zum 31.12.2012 gültig.
An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für Ihre ehrlichen Worte bedanken. Wir würden uns freuen, erneut Ihr Gastgeber bei Ihrem nächsten Besuch in Berlin sein zu dürfen und hoffen, dass wir Sie von unserer Philosophie und unserem Servicegedanken wieder überzeugen können.
Natürlich sind auch Ihre Blogleser herzlich dazu eingeladen, wir haben den Buchungscode nicht begrenzt.
Miki sagte,
18. Juli 2011 um 19:06
Hallo Herr Kochanski,
vielen Dank für Ihre nette Reaktion! Wahrscheinlich bin ich dieses Jahr tatsächlich nochmal in Berlin. Ich komme dann gerne wieder vorbei, denn eigentlich hat es mir bei Ihnen ja gut gefallen – bis auf – aber lassen wir das. Ist hiermit erledigt
Viele Grüße
Miki