
Buchmesse: müde Füße, Infos und ein paar Geschenke
19. Oktober 2008
Freitag! Buchmesse! Kein Stau auf der Autobahn! Wenn das kein guter Anfang war… Mein persönliches Messeprogramm war – wie auch in den vergangenen Jahren – eine Mischung aus Privatem und Beruflichem. Zum beruflichen Teil gehörte, dass ich mir den Vortrag „Die Kindle-Überraschung – Einführung in die Welt der EBooks“ anhörte. Da ich im Schwäbischen aufgewachsen bin, kann ich den Namen dieses speziellen EBooks leider nicht ganz ernst nehmen… Zugehört habe ich natürlich trotzdem. Erster Eindruck: ok, jetzt weiß ich, wie das Format heißt (Mobipocket), aber alles andere – irgendwo schon mal gehört oder gelesen. Egal. Der Vortragende bietet laut Flyer einen „Gratis Check-Up Suchmaschinenoptimierung“ an. Ich bitte ihn, unsere Verlagsseite anzuschauen. Er ist zufrieden und hat nur wenige Verbesserungsvorschläge, mit denen ich am Montag den Kollegen W. nerven erfreuen werde. Gegen eine Visitenkarte bekomme ich außerdem ein Skript „Strukturiertes Publizieren mit XML für Verlage“.
Später höre ich mir die Diskussion „Preparing Publishers for Web 2.0“ an. Je ein Herr von der Italian und der British Publishers’ Assiciation sowie ein Consultant aus London diskutieren, der Moderator ist Deutscher. Die Veranstaltung ist auf Englisch. Irgendwann stellt die Asiatin, die neben mir sitzt, eine Frage. Ich glaube, sie sprach Englisch, leider habe ich kein Wort verstanden (obwohl mein Englisch sehr gut ist). Zum Glück fragt sie nicht mich, sondern die Diskutierenden auf dem Podium. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass die Herren mehr verstehen als ich. Quintessenz der Diskussion:
- „Web 2.0 is a marketing concept.“ (Mark Bide)
- „We are roughly on Web 1.937 now.“ (Simon Juden)
- „We know something is going to happen but we don’t know what.” (Piero Attanasio)
Dann war da noch:
- Cordula Stratmann, die uns in einer sehr spaßigen Lesung darüber berichtete, was sich alles so an Resten von Körperflüssigkeiten in Hotelbetten findet (Einzelheiten möchten Sie gar nicht wissen!).
- Sarah Wiener, die auch einem Sterne-Koch ins Gesicht sagen würde, dass sie Blutwurst mit Zander an Banane „zum Kotzen“ findet.
- Die japanische Autorin, die ein Buch über Reiswein schreibt und einen Weinbuch-Autor (Schweizer) zu einer Zusammenarbeit überreden wollte.
- Drei nach einer Weinprobe mit immerhin drei (!) Weißweinen etwas beschickerte Damen, die ebendiesem Autor vier Mal sagten „Gell, der Grauburgunder war am besten?!“.
- Dieter Bohlen, der eine Pressekonferenz gab. Zum Glück trennten uns vier Reihen Journalisten, acht digitale Spiegelreflexkameras, drei Fernsehkameras, eine Glasscheibe und ein Security-Mann voneinander.
- Abendessen im Restaurant „Manitou“ in Frankfurt-Sachsenhausen, wo ich das erste Elchsteak meines Lebens gegessen habe. Extrem lecker, kann ich nur empfehlen! Wobei – das Karibousteak meines Begleiters war auch sehr lecker. Geht hin, probiert, und entscheidet selbst! (Nein, für diesen Satz wurde ich nicht bezahlt.)
In meiner Geschenke-Tüte hatte ich
- Ein vom Autor signiertes Grüffelo-Mitmachbuch für unseren kleinen Freund Tillmann, der am Freitag drei Jahre alt wurde,
- Olivenöl aus der Türkei,
- ein paar Tigerenten-Anstecker (wird man immer los),
- einen kleinen Block mit Klebezetteln von der Konkurrenz,
- einen Kugelschreiber aus Metall,
- einen Drop-stop für Weinflaschen,
- Gutscheine für eine Weinhandels-Kette, en allemand würde man wohl Jakobs Wein-Lager sagen.