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weißes Blatt Papier (elektronisch)

29. August 2008

Da freu ich mich seit Wochen auf mein Blog, doppse einigermaßen durch die Gegend, nachdem ich es endlich eingerichtet habe – und dann fällt mir nix ein, das ich schreiben könnte?! Hatte ich nicht in den letzten Wochen mindestens 1.000 Ideen? O je. Das fängt ja gut an. Erfreue ich also meine noch zu entstehende Schar an Zuhörern mit einem Text, den ich eigentlich für den Newsletter des Schreibbuches geschrieben habe.

Mit Flip-Flop gegen das weiße Blatt Papier

Eigentlich sollte die Broschüre für den Tourismusverband längst fertig sein. Aber Ihr Bildschirm ist immer noch weiß. Stress. Knoten im Hirn. Was jetzt?
Kennen Sie die Flip-Flop-Technik? Diese Kreativitätstechnik, die auch unter dem Namen „Kopfstandtechnik“ bekannt ist, hat mir in solchen Situationen schon sehr geholfen. Bevor Sie jetzt beim Wort „Kreativitätstechnik“ abschalten und das Ganze als alberne Spielerei abtun – lesen Sie bitte weiter. Geben Sie der Flip-Flop-Technik eine Chance. Viel schlimmer kann Ihre Lage ja ohnehin nicht werden – oder?
Bei der Flip-Flop-Technik schreiben Sie zunächst auf, was Sie tun müssen, um das Gegenteil dessen zu erreichen, was Sie eigentlich wollen. Konkret: Sie sollen eine neue Stadt-Broschüre texten und Ihre Stadt natürlich positiv darstellen. Also lautet Ihre Aufgabe: Was schreibe ich in eine Broschüre, damit die Touristen wegbleiben?
Auf Ihrer Liste könnte zum Beispiel stehen: hässliches Stadtbild, furchtbare Architektur, unfreundliche Menschen, ungepflegte Parks, schlechte Erreichbarkeit, keine Ausflugsmöglichkeiten in der Region, keine Alternativen für Regentage, miserable Gastronomie … Bestimmt fällt Ihnen noch mehr ein.
Jetzt drehen Sie jede Aussage ins Gegenteil um. Also: Spaziergang durch die pittoreske mittelalterliche Altstadt, für das neue moderne Museum gab es einen Architekturpreis, die Menschen sind sehr herzlich, Parks und Grünanlagen sind gepflegt (Teilnahme bei „unser Dorf soll schöner werden“), Bahnhof im Ort und gute Autobahnanbindung – wenn Sie erst einmal soweit sind, ist der Knoten geplatzt und die Ideen sprudeln!
Warum die Technik funktioniert? Unser Gehirn ist darauf trainiert, das Schlechte zu sehen. Früher hätte Ihnen diese Eigenschaft das Leben gerettet: Sie sehen die gefährliche Schlange, bevor sie die schöne Blume daneben wahrnehmen. Heute fällt Ihnen erst der Rechtschreibfehler in einem Zeitungsartikel auf oder die verschimmelte Erdbeere in der Erdbeerschale, die Sie gerade auf dem Markt gekauft haben.
Da Sie jetzt wissen, dass Ihr Gehirn automatisch zuerst das Schlechte sehen will, lassen Sie ihm seinen Willen – und tricksen es mit der Flip-Flop-Technik aus!

2 Kommentare

  1. Ach, ach, aaaaach, jetzt bin ich platt: Das Buch habe ich mir auch gekauft und finde es sehr, sehr hilfreich – das ist ja nett jetzt :-)


  2. :-) Die Welt ist klein!

    Schön, dass Ihnen das Buch hilft!



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