… aber so weit wollte ich ja gar nicht. Eigentlich wollte ich nur mit Straßenbahn zur Arbeit fahren, so wie jeden Tag. 23 Minuten Fahrzeit. Naja, in Ithaka wäre ich vielleicht schneller angekommen.
6.55 Uhr: Frau Miki steht auf und freut sich über den Schnee, der während der Nacht gefallen ist.
7.28 Uhr: Frau Miki verlässt das Haus und läuft zur Straßenbahn-Haltestelle.
7.30 Uhr: Frau Miki erreicht die Haltestelle und freut sich, dass sie nur drei Minuten auf die Bahn warten muss.
7.35 Uhr: Frau Miki denkt: „Ein paar Minuten Verspätung sind bei dem Wetter ja normal.“
7.42 Uhr: Eine Bahn der Linie 3 fährt in die Haltstelle ein. Dahinter kommt die Linie 1 – sie bringt Frau Miki zur Arbeit. Die Bahn ist natürlich total überfüllt.
7.43 Uhr: Frau Miki stellt fest, dass ihr Handy-Akku leer ist.
7.44 Uhr: Linie 3 und Linie 1 stehen noch im Haltestellenbereich. Frau Miki sieht, dass als nächstes eine 4 kommt und dahinter die nächste 1. Sie spekuliert auf eine weniger volle 1 und wartet.
7.46 Uhr: …und wartet…
7.49 Uhr: …und wartet…

7.50 Uhr: …und wartet…
7.51 Uhr: Die Fahrerin der Linie 3 kommt nach hinten zum Fahrer der Linie 1. Unter den wartenden ÖPNV-Opfern verbreitet sich Unruhe.
7.52 Uhr: Frau Miki lernt neue Schimpfwörter im lokalen Dialekt.
7.54 Uhr: …und wartet…
7.55 Uhr: Bei der Linie 3 ist eine Tür kaputt. Die Passagiere der Linie 3 müssen das Fahrzeug verlassen und gesellen sich zu den Wartenden am Bahnsteig. Frau Miki hat jetzt ungefähr 38 Mal das Wort „Dappschädel“ gehört.
7.56 Uhr: Die Linie 3 – bei der sich wie durch ein Wunder jetzt doch alle Türen schließen ließen – verlässt ohne Passagiere den Bahnsteig.
7.57 Uhr: Die überfüllte Linie 1 fährt aus dem Bahnsteig. Anschließend kommen die 4 und die fast leere 1, in der Frau Miki fast einen Sitzplatz bekommt.
8.01 Uhr: Eine Haltestelle weiter: Ein kleiner Junge Rotzlöffel stellt sich aus Quatsch in die Lichtschranke an der Tür, damit letztere nicht schließt. Frau Miki überlegt, ob man fremde Kinder verprügeln darf. Sie entscheidet sich dafür, etwas für den Weltfrieden zu tun, und lässt es bleiben.
* Das ist übrigens aus dem Gedicht „Ithaka“ von Konstantinos Kavafis und wird in der Werbung total durcheinander und verstümmelt wiedergegeben.